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Millionen-Investitionen notwendig Zukunft der Harzer Schmalspurbahnen: Analyse zeichnet düsteres Bild

Um den Betrieb der beliebten Harzer Schmalspurbahnen aufrechtzuerhalten, braucht es mindestens 800 Millionen Euro - und tiefgreifende Veränderungen. Das zeigt eine Analyse.

Von dpa 02.09.2025, 10:56
Der reguläre Betrieb auf der Selketalbahn sollte laut Gutachten nicht fortgeführt werden. (Archivbild)
Der reguläre Betrieb auf der Selketalbahn sollte laut Gutachten nicht fortgeführt werden. (Archivbild) Peter Gercke/dpa

Wernigerode - Auf die Harzer Schmalspurbahnen (HSB) kommen möglicherweise tiefgreifende Veränderungen zu. „Der Dampflokbetrieb ist in aktueller Form perspektivlos“, heißt es in einer Analyse, die das Beratungsunternehmen SCI Verkehr für die HSB erstellt hat.

Es bestehe daher dringender Handlungsbedarf bei Dampfloks, Reisezugwagen und Triebzügen. Schon jetzt sei die Verfügbarkeit der Fahrzeuge unzureichend und ein neues Fahrzeugkonzept erforderlich. So empfiehlt die Beratungsfirma die Anschaffung neuer Diesel-Hybrid-Triebwagen, die zusätzlich zu Dampfloks fahren könnten. 

Harzer Schmalspurbahnen: Fehlende Reparaturen gefährden Weiterbetrieb

Laut der Analyse weisen Infrastruktur und Fahrzeugflotte so deutliche Instandhaltungsrückstände auf, dass der Betrieb der Schmalspurbahnen auch kurzfristig gefährdet ist.

Das Beratungsunternehmen sieht für die Harzer Schmalspurbahnen bis zum Jahr 2045 Investitionskosten in Höhe von 544,1 Millionen Euro. Dazu kommen noch einmal laufende Kosten von 253,2 Millionen Euro. Nur mit diesen finanziellen Mitteln komme die HSB sukzessive in die Lage, ein nachhaltig wirtschaftliches Unternehmen zu sein. 

Schon heute reichen die Bahnen bei den Harzer Schmalspurbahnen nicht aus. (Archivbild)
Schon heute reichen die Bahnen bei den Harzer Schmalspurbahnen nicht aus. (Archivbild)
Matthias Bein/dpa

Steht die Selketalbahn vor dem Aus? HSB will am Streckennetz festhalten

Allerdings beschränken sich die prognostizierten Millionenkosten auf eine Variante, in der sich der Betrieb auf die Brocken- und die Harzquerbahn beschränke.

Allein auf der Strecke zwischen Wernigerode und dem Brocken würden demnach 96 Prozent der Ticketverkäufe erlöst. Der reguläre Betrieb auf der Selketalbahn steht damit vor dem Aus. 

Bei einem Erhalt des heutigen Angebots lägen die Kosten bei den Investitionen noch einmal um 34 Prozent, bei den notwendigen Betriebszuschüssen um mehr als 36 Prozent höher.

Der Aufsichtsrat des Unternehmens hatte vergangene Woche bereits entschieden, am Streckennetz festhalten zu wollen. „Die Situation der HSB ist hochgradig kritisch“, heißt es in der Analyse. 

Mit rund 140 Kilometern in Thüringen und Sachsen-Anhalt betreibt die HSB das längste zusammenhängende Schmalspurnetz Deutschlands. Zuletzt fuhren die HSB bei rund einer Million Fahrgästen jährlich ein Millionendefizit ein.